Schützentradition seit 1921

Über uns

Historie des Corps

Die Könige aus der Artillerie haben nicht nur dem Osterather Schützenfest manchen Glanzpunkt aufgesetzt, sie haben auch das Leben ihrer Batterie wesentlich mitbestimmt. Wir wollen im folgenden ein wenig über sie und ihre Rolle im Artillerie-Corps berichten. Dabei erzählen wir ein Stück weit auch die Geschichte des Artillerie-Corps Osterath, wir erzählen, was uns zusammenhält und von der Begeisterung, mit der wir alle zwei Jahre wieder zusammen Schützenfest feiern. Im Jahr 1966 war Heinrich Hoerschgens Schützenkönig von Osterath. „Heinrich“, so haben ihn nur wenige genannt, zumindest nur wenige Schützen. Heinrich Hoerschgens war der „Kamerad“ und er war Schütze mit Leib und Seele, mit einer Begeisterung, die, wenn überhaupt, nur selten anzutreffen ist. Er war von 1978 bis 1990 Kommandeur seiner Artillerie und wenn er bei den Paraden, sei es Sonntagmorgens im Stechschritt …
…oder Samstag- und Sonntagnachmittags zu Pferde seine Batterie anführte, dann war der „Kamerad“ der stolzeste Mann der Welt. Unvergessen bleibt uns das Jahr 1988, in dem der „Kamerad“ vor dem Schützenzug unglücklich vom Pferd stürzte und sich dabei, wie sich später herausstellte, eine Rippe anbrach. Wo andere erst einmal zum Arzt gefahren wären, ließ sich Heinrich Hoerschgens wieder auf das Pferd helfen und ritt den gesamten Zug, einschließlich Parade. Für diese Leistung wurde ihm von General Willi Münks das Verwundetenabzeichen verliehen.
Undenkbar, daß Heinrich Hoerschgens Schützenfest nicht an der Spitze seiner Batterie geritten wäre. Im Jahr 1972 war Winfried Oellers Schützenkönig von Osterath. Als er den Vogel abschoß, zählte er „jugendliche“ 31 Jahre und war damit der jüngste König, den Osterath je hatte.
In der Artillerie beschloß er in den 70er Jahren mit seinen Freunden Manfred Hoffmann und Stefan Stocks zusätzlich zu den schon existierenden Geschützen und der Gulaschkanone einen Bagagewagen (den die drei im Sauerland requiriert hatten) herzurichten und die Batterie dadurch zu bereichern. Das wurde von seinen Kameraden mit großer Freude aufgenommen. Denn nicht nur, daß unser Auftreten dadurch um ein schmuckes Gefährt reicher wurde, vielmehr gab es bei den Umzügen nun im Bagagewagen Brot, Wurst, Bier, Schnaps, Eier und manches mehr, was Leib und Seele zusammenhält. Vor einigen Jahren gaben Winfried Oellers und Manfred Hoffmann die Verantwortung für den Bagagewagen an die jüngeren Kameraden Rolf Bonnen und Werner Körschen ab, die ihre neue Aufgabe mit dem gleichen Ernst und mit der gleichen Freude fortführen.
Beim Schützenfest 1972 schoß Gerd Bacher den Vogel ab. Gerd Bacher stammt aus einer traditionsreichen Brauereifamilie. Aufgrund seiner guten Kontakte konnte die Artillerie in den ersten Jahren nach dem Krieg auf dem Geländer der Bacher-Brauerei marschieren üben und wurde dabei auch immer mit ausreichend Flüssigkeit versorgt. Wir wollen an dieser Stelle annehmen, daß es nur ein Gerücht ist, daß es den damaligen Kameraden aufgrund des hohen Bierkonsums nicht möglich war, vernünftig zu marschieren und daß sie erst in dieser Situation beschlossen haben eine berittene Einheit, nämlich die Artillerie zu gründen.
Sechs Wochen vor dem Schützenfest 1974 verzichtete Gerd Bacher wegen eines Trauerfalls in der Familie zugunsten seines damaligen Ministers Willi Münks auf die Königswürde.
Willi Münks ist in Osterath und auch über die Ortsgrenze hinaus so bekannt, daß an dieser Stelle nicht viel über ihn geschrieben werden muß. Außer vielleicht, daß er es für einen gebürtigen Lanker in Osterath recht weit gebracht hat. Er war nicht nur von 1956 bis 1976 Vorsitzender und Kommandeur der Artillerie, sondern von 1978 bis 1992 auch General des Osterather Schützenregimentes. Ein wenig Ironie des Schicksals ist es sicherlich, daß ihn seine schwierigste Aufgabe als Osterather Schütze doch wieder nach Lank zurückführte. Damals liehen sich die Artilleristen die Pferde für Schützenfest von umliegenden Bauernhöfen. Da diese Tiere eher die Feldarbeit als Marschmusik gewohnt waren, muß es in diesen Zeiten gelegentlich zu dramatischen Situationen gekommen sein, in deren Verlauf nicht nur Artilleristen ihr Leben riskierten, sondern in einem Fall auch ein Pferd sein Leben verlor. Ein Lanker Pferd. Und so blieb dem Kommandeur der Artillerie, Willi Münks, nichts anderes übrig, als in seinen Heimatort zu fahren und dem Besitzer des Pferdes die traurige Nachricht zu überbringen.
Im Jahr 1980 war Karl-Gerhard Bommers Schützenkönig von Osterath. Auch er ist mit Leib und Seele Artillerist und er hat die Begeisterung für das Schützenwesen an seine drei Söhne, allesamt Mitglieder der Artillerie, weitergegeben. Gerhard wird in diesem Jahr Minister sein, Robert wird zum Schützenfest aus Bangkok kommen und wieder die Gulaschkanone stochen und Georg wird aus Singapur anreisen und zusammen mit Christian Breuers auf dem Rot-Kreuz-Wagen, den die beiden selber zusammengebaut haben, fahren.
Es war die Familie Bommers, von der 1981 im Wesentlichen die Initiative zur Gründung der damaligen Jungartillerie ausging. Gerhard Bommers wurde der erste Zugführer der jungen Truppe und seine Mutter Trude war diejenige, die den jungen Kanonieren in den ersten Jahren mit Rat und Tat zur Seite stand.
Zehn Jahre nach ihrer Gründung, 1991, wurde die Jungartillerie aufgelöst und die jungen Leute traten dem Artilleriecorps bei. Sukzessive übernahmen sie viele wichtige Aufgaben in der Batterie, besonders das Reiten der Kanonen, das mittlerweile vollständig durch junge Kameraden übernommen wurde. 44 aktive Artilleristen werden im Jahr 2000 am Osterather Schützenfest teilnehmen. Der Jüngste wird 17 Jahre sein, der Älteste 79 Jahre!Im Jahr 1988 war Karl-Heinz Stahl Schützenkönig von Osterath.
Zu seiner Wachkompanie wählte er damals die Jungartillerie, die diese Aufgabe mit Freude und Engagement, aber auch mit viel Unterstützung der älteren Kameraden erfüllte. Karl-Heinz Stahl ist seit vielen Jahren zweiter Vorsitzender der Artillerie.
Sein Sohn Klaus ist seit langem Mitglied der Truppe und hat als Geschützfahrer eine der Schlüsselpositionen inne. Als Artillerist fährt Karl-Heinz Stahl seit vielen Jahren gemeinsam mit Heinz Platen die Gulaschkanone.Diese hat zwei wichtige Aufgaben: Erstens wird auf ihr die Verpflegung gegrillt, mit der sich die Batterie beim traditionellen Samstag-Nachmittag-Biwak alle zwei Jahre auf der Weide bei Hoppe stärkt und zweitens vertreibt sie, wie Zyniker sagen, nach den Paraden mit viel Qualm das Volk, damit die Straßen wieder frei werden.Im Jahr 1990 war Johannes Platen Schützenkönig von Osterath. Lange Jahre fuhr er, gemeinsam mit unserem heutigen 1. Vorsitzenden Heinz Schmitz das zweite Geschütz der Artillerie. Danach übte er das Amt des Spieß aus, für das er von Statur, Stimme und Ausstrahlung her einfach prädestiniert war. Mit Autorität und Humor sorgte Johannes Platen über viele Jahre hinweg dafür, daß sich die Artillerie beim Schützenfest als ordentliche und stolze Truppe präsentierte.Nur ein Mal, ein einziges Mal, hielt sich Johannes Platen selber nicht an die militärischen Vorgaben. Damals hatte die Artillerie beschlossen, bei der nachmittäglichen Parade nicht zu traben, sondern im Schritt zu gehen, da eine Vielzahl junger Kameraden erstmalig zu Pferde mitmachte. Johannes Platen war damit nicht einverstanden. Deshalb stellte der Spieß, der das zweite Geschütz fuhr, in dem Moment, als die Batterie zur Parade anzog, fest, daß sein Steigbügel „unglücklicherweise“ locker war. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als abzusteigen und den Steigbügel wieder zu befestigen. Damit entstand zum ersten Geschütz eine Lücke, die es ihm ermöglichte an der Tribüne vorbei im gestreckten Galopp hinter seiner Batterie herzureiten.Zum Schützenfest 1998 hat Johannes Platen das Amt des Spieß an Michael Schüßler weitergegeben.

In diesem Jahr ist er einer der Minister von Franz Thoma. Ein wichtiges Amt innerhalb der Artillerie hat er weiterhin inne. Er pflegt seit Jahren die Kontakte zu den hiesigen Pferdeverleihern. Dies ist zwar nur ein inoffizielles Amt, für die Artillerie ist es aber lebenswichtig, denn was wären wir ohne unsere Pferde?

Im Jahr 1994 war Reinhard Lensing Schützenkönig von Osterath. Reinhard Lensing ist nach Willi Münks und Paul Fink der dritte Osterather General, der aus den Reihen des Artillerie-Corps hervorgegangen ist. Dabei hat er von allen Osterather Schützen wahrscheinlich die steilste Karriere hinter sich. Angefangen als Schwarzer Husar, stieß er nach der (vorübergehenden) Auflösung dieser Gruppe zur Artillerie, wurde aber bald Adjutant des Generals, 1994 König von Osterath und danach General des Osterather Schützenregiment. Seiner Artillerie blieb er als passives Mitglied bei zahlreichen Versammlungen und Veranstaltungen immer eng verbunden. Wir hoffen, unter seiner militärischen Führung noch viele schöne Schützenfeste in Osterath feiern zu können.

Im Jahr 2000 nun ist Franz Thoma Schützenkönig von Osterath. Wir freuen uns mit ihm, wünschen ihm und seiner Frau Gaby ein schönes, sonniges und farbenfrohes Schützenfest und wissen eins schon jetzt genau: Wenn der Sprecher vor der Parade bittet, hinter die Absperrungen zurückzutreten, wenn sich aus der Ferne unsere Standarte nähert, wenn man den Hufschlag der schweren Kaltblüter hört, wenn die Geschütze, der Bagage- und der Sanitätswagen an Franz Thoma vorbeiziehen und wenn zum Schluß die kräftig befeuerte Gulaschkanone an ihm vorbeipoltert, dann wird er stolz darauf sein, in zwei Jahren wieder mit uns mitziehen zu können.
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