Schützenfest 2010
Was mir wohl am längsten in Erinnerung bleiben wird vom Schützenfest 2010 ist der minutenlange Beifall, den unser alter König Heinz-Peter Kreuels und seine Minister Norbert Bocksch und Michael Schüßler noch einmal Montag Abend im Zelt bekommen haben. Obwohl sie da schon nicht mehr im Amt waren. Das Zelt stand von der ersten bis zur letzten Reihe und klatschte für die Männer in der Artillerieuniform – und damit ein bisschen auch für uns.
Begonnen hatte das Fest am frühen Freitag Nachmittag mit Kaffee, Kuchen und dem einen oder anderen Bier bei unserem Batteriekönig Winfried Oellers. Obwohl es uns bei ihm gut gefallen hat, hat er es leider abgelehnt, aus seiner Terrasse das künftige Wachlokal der Artillerie zu machen.
Weiter ging es an diesem Nachmittag mit dem Treffen des Regiments auf dem Hertenhof. Dort sorgte die Artillerie dafür, dass es neben flüssiger auch feste Nahrung vom Grill gab. Anschließend folgte die Aufstellung des Regiments auf Heipis Weide und den Böllerschüssen aus drei Artilleriegeschützen. „Männer, das ist der Moment, auf den ich so lange gewartet habe“ sprach seine Majestät und zog an der Leine, ohne hierfür überhaupt eine Freigabe oder gar das Kommando erhalten zu haben. Nun ja, ein König darf das. An diesem Nachmittag haben viele Schützenkameraden erstmals unser Geschütz in Aktion gesehen. Sicher wird dies für lange Jahre einer der Höhepunkte des Osterather Schützenfestes gewesen sein. Dank gilt den Büdericher Kameraden für ihre Unterstützung.
Ja, wir hatten sogar Glück mit dem Wetter. Nachdem es in den Tagen zuvor wie aus Eimern geschüttet hatte, blieb es ab Freitagnachmittag bis auf eine Ausnahme trocken. Kalt war es zwar manchmal, aber wir wurden nicht naß.
Aber selbst, wenn es geregnet hätte, der guten Stimmung in der Truppe hätte das keinen Abbruch getan. Die Kameradschaft war gut, Dank des Einsatzes aller Kameraden hat wieder alles perfekt geklappt und wir haben gemeinsam ein tolles Fest gefeiert. 61 Artilleristen, 23 Pferde, drei Geschütze, drei Wagen und unsere Gulaschkanone – die stärkste Artillerie, die Osterath je gesehen hat. Und alle waren mit Feuereifer dabei. Von den kleinen Jungs, deren Begeisterung ich immer noch nicht richtig erklären kann (das sehe ich zu Hause und das höre ich auch von den anderen Vätern) bis zu den Senioren. Karl Körschen war mit 81 Jahren der älteste aktive Kamerad, Justus Bommers mit 6 Jahren der jüngste. Unser Schützenkönig Heinz-Peter Kreuels hat bei seiner Rede Sonntag Abend sehr treffend erklärt, worum es bei unserem Schützenfest geht: Um Gemeinschaft, um das gemeinsame Feiern und darum, gemeinsam etwas zu schaffen. Recht hat er!
Was wir gemeinsam schaffen, ist die Aufstellung dieser filmreifen Batterie mit den Umzügen und Paraden Samstags- und Sonntagsnachmittags. Das hat auch dieses Jahr wieder hervorragend funktioniert. Wiewohl, es gab einige Kollateralschäden: Jochen Weingartz wurde von einer Bahnschranke getroffen. Klaus Stahl hat während der Parade seine Brille verloren (wurde wiedergefunden). Der Sanitätswagen hat seine Spuren in einem Vorgarten hinterlassen und Karl-Georg Grunds Hose ist auf die komplette Länge gerissen. Und dennoch mahnen uns diese kleinen Vorkommnisse – und das meine ich sehr ernst – dass wir weiter alles tun müssen, um auch zukünftige Paraden sicher zu reiten und zu fahren.
Neben aller Ernsthaftigkeit hatten wir natürlich auch viel Spaß. Oberleutnant Georg Bahners zum Beispiel am Freitagabend – Samstagvormittag dafür leider etwas weniger. Oder unser Hornist Ralf Platen, der – anders als die komplette Familie Knüpfer – Montagmorgen immerhin pünktlich zum Frühstück erschienen war. Zwar im Bademantel, aber immerhin mit allen Orden, man weiß schließlich, was sich gehört. Da mußte selbst Ralf Meurers, der als Spieß eine hervorragende Figur abgegeben hat, lange überlegen, wie hier wohl zu verfahren sei. Dann entdeckte er, dass die Badelatschen des Hornisten mit weiß-blau die falschen Farben hatten. Wenn es im Kanapee keinen roten Stift gegeben hätte, dann hätte der Hornist wohl im Bademantel bis Blum laufen dürfen, einen solchen zu besorgen. Ich finde, rote Stifte gehören zukünftig in Kneipen verboten. Spaß hatte auch unser neuer Apotheker Nils Vossen. Insbesondere auch deshalb, weil er in umfangreichen Selbstversuchen erst mal das Zeug getestet hat, das er den anderen Leuten angedreht hat. Übrigens ging nach Schützenfest eine kurze aber heftig Infektionswelle durch Osterath. Wir werden doch nicht alle vom gleichen Löffel getrunken haben?
Wenn ein König einen eigenen Hof hat, dann kann er schon mal eine „After-Zelt-Party“ veranstalten. Ich weiß nicht, wie viele Leute da waren. Aber in der Halle war es voll. Und wenn der König sich dann noch bei seinen Ministern bedanken möchte, dann macht er halt ein Feuerwerk. Nicht schlecht…
Neben den Erinnerungen bleibt auch noch etwas handfestes von diesem Schützenfest übrig: Zwei (gar nicht so kleine) Geschütze für unsere Minister und ein Kaltblutfohlen namens Anke für unseren König. Die Überreichung unserer Geschenke am Samstagabend war sicherlich auch ein Höhepunkt für die Artillerie an diesem Schützenfest. Auf wohl nur wenigen Beerdigungen haben wir so viele Männer weinen gesehen, wie an diesem Abend (und nicht nur an diesem). Zwischenzeitlich haben wir Anke ja alle auch einmal sehen und bewundern dürfen. Heipi hatte uns am 24.10.10 zu einem Frühschoppen eingeladen. Dazu sind wir alle gerne gekommen – wegen der Gemeinschaft.
Ihr habt es im Kalender stehen: Das nächste Schützenfest ist vom 14. – 17. September 2012. Ich freue mich auf Euch!
Kommandeur Kalli Sassen